Friday, June 25, 2010

Kammerjäger

Seid ihr je einem Kammerjäger begegnet? Oder noch schlimmer. Brauchtet ihr je seine Dienste?

Seit heute Morgen bin ich um diese Erfahrung reicher.

Der Kammerjäger war nett, hatte blaue Augen und ein angenehmes Lächeln. Was aber nicht über unser primäres Problem hinweghalf: Wir haben Bettwanzen.

Scheibe.

Hier im grossen Haus fanden wir nur ein paar von den dummen, keine 5mm langen Viechern, die Vermieterin der Einlegerwohnung hat's schlimmer getroffen. Ihr Schlafzimmer ist stark befallen (sie wurde auch gestochen - in der Nacht, sie ernähren sich von Blut. Nett, nicht??). Warum sie welche hat, ist nicht so klar. Wahrscheinlich hat die Vermieterin die netten Tierli von ihrer letzten Reise im Gepäck mitgenommen (Geschenk des Hotels, so quasi). Das passiere anscheinend sehr oft, so der Kammerjäger. Das habe mit Sauberkeit nichts zu tun. Die wohnen übrigens immer nur im Schlafzimmer und können ein paar Monate ohne Essen auskommen. Sie lieben hölzerne Bettrahmen als Wohnung oder Holzwände, Bilderrahmen. Immer und ausschliesslich im Schlafzimmer, versteht sich. Denn die Futterquelle darf nicht weit weg sein.
Die Viecher sind dann wahrscheinlich über ihre Deckenbalken in unser Haus gekommen (so genau weiss es niemand).

Na gut, lange Rede kurzer Sinn: Wir haben den Kammerjäger bestellt. Er sprühte sein Geheimmittel (auch dort, wo wir keine Viecher entdeckten. Prävention.), empfahl uns, die Räume geschlossen zu halten und für mindestens 6 Stunden nicht mehr zu betreten. Danach ausgiebig lüften.

Ihr wollt wissen, warum genau 6 Stunden?

Einfach. Weil die dummen Viecher 5 Stunden ... achtung jetzt kommt's ... DIE LUFT ANHALTEN KÖNNEN.

Die sechste ist die buchstäbliche Stunde der Wahrheit.

Ehrlich, man/frau lernt nie aus.

Wednesday, June 23, 2010

Warum muss die Medaille eigentlich immer eine Kehrseite haben?

Ich arbeite ja zurzeit von zu Hause aus. Was sehr viele Vorteile hat. Zum Beispiel:
  1. Ich muss mich morgens nicht aufmotzen.
  2. Ich treffe morgens keine komischen Typen im Zug.
  3. Wenn ich verpenne, dann bin ich in zwei Sekunden an meinem Arbeitsplatz und arbeitsfähig (niemand sieht ja meine verschlafenen Augen und mein Outfit)
  4. Bei schönem Wetter, so wie heute beispielsweise, und wenn wenig läuft, wieder so wie heute, höre ich um 17 Uhr auf und bin um 17.01 Uhr schon auf dem Balkon am Sünnele.
  5. Last but not least: Ich gebe weniger Geld aus, nicht nur, weil ich zu Hause esse, sondern weil ich nicht in Versuchung geführt werde (ihr wisst schon, H&M über Mittag, schnell noch was am Kiosk kaufen etc.).
Nun aber, muss ich feststellen, hat das Von-zu-Hause-aus-Arbeiten auch seine Nachteile. Daher meine Beschwerde im Titel: Warum muss IMMER JEDE Medaille auch eine Kehrseite haben? Könnte es nicht mal eine perfekte Medaille geben? Anscheinend nicht. Zu den negativen Seiten:
  1. Ich kann mich nicht aufmotzen (Meine schönen Schuhe stehen im Schrank und werden nicht gebraucht. Von den Taschen spreche ich schon lieber nicht.).
  2. Manchmal spreche ich stundenlang kein Wort (für eine wie mich schon komisch, obwohl ich es ja gewohnt bin, viel allein zu sein, aber Büroarbeit assozierte ich bis anhin mit viel, aber viel Schwatzen - Mädels, ihr fehlt mir!)
  3. An Tagen wie die letzten fünf (wenn es dauern regnet), komme ich nicht aus dem Haus. Glücklicherweise wohne ich ja in einem schönen Haus!
Jetzt ja nicht falsch verstehen. Ich mag meinen Job. Ich mag es, von zu Hause aus zu arbeiten. Mir wurde eben nur die Sache mit der Medaille bewusst...

Monday, June 21, 2010

Überraschung

Nach einem recht intensiven und anstrengenden Arbeitstag schaue ich aus dem Fenster und etwas blendet mich.

Ich verstehe nicht gleich.

Richtig.

Die Sonne.

Ich habe sie schon sooooo lange nicht mehr gesehen, dass ich sie im ersten Augenblick fast nicht erkennt hätte...

Friday, June 18, 2010

Nagellack

Draussen sind die Temperaturen unter Null (gefühlte Temperaturen, versteht sich) und es regnet und regnet und regnet.
Schneefallgrenze 1500m.

Ich glaube, ich spinne.

Dem Wetter zu Trotz kaufte ich mir heute einen sommerlichen Nagellack und strich gleich meine Nägel (so eine Art orange-rot - der Hammer!!).
Jedem seine Art, um nicht depressiv zu werden.

Was macht ihr?

Wednesday, June 16, 2010

Ohne (weiteren) Worte

Meine Vermieterin heute Nachmittag zu mir: "Ich stelle also die Heizung nicht wieder an."

Ich antwortete: "Schon aus Prinzip nicht."

Wir schreiben Juni und der Schöbi führt mit ihrer Vermieterin solche Gespräche.

OHNE WORTE

Tuesday, June 15, 2010

Fussball-WM

Ja, der liebe Fussball lässt diese Tage viele Herzen höher schlagen.

Wisst ihr, was mir wiedermal ganz frappant aufgefallen ist in diesen ersten WM-Tagen? Wie international die Leute in der Schweiz sind. Das sieht man an den verschiedenen Fahnen, die an den Autos angebracht sind oder auch an den Balkonen. Heute habe ich einen Balkon gesehen mit 4 verschiedenen Fahnen (Wie geht das? Vielleicht eine Wohngemeinschaft? Auch egal. Es ist cool.).

An konkreten Anlässen, wie beispielsweise letzten Freitagabend, nehme ich das noch stärker wahr. Es war das Spiel Frankreich gegen "ich weiss jetzt nicht mehr". Public Viewing (schönes Wort! Warum braucht es eigentlich immer ein englisches Wort, um etwas Neues auszudrücken? Anderes Thema...). Es war heiss (scheint schon lange her) und alle sind im Fussballfieber. Wir sind eine grosse Gruppe. Da fällt mir auf, dass hier die Herzen für alle möglichen Mannschaften schlagen: Italien (heh, meine Wenigkeit!!), Ghana, Serbien, Griechenland, Spanien, Kroatien (nicht dabei am Turnier, aber das Herz des Fans schlägt trotzdem), England, Deutschland. Zum Glück gibt es dann auch noch ein paar Schweizer darunter (der eine Schweizer mit einem Thailand-Fussball-T-Shirt... tja, da spricht wohl eine andere Art Leidenschaft...).

Manchmal, an so Tagen wie heute (wenn es im Juni 15 Grad ist und es immer wieder regnet!! OHNE WORTE) habe ich das Gefühl, dieses "Internationale" ist der einzige Grund, der mich in der Schweiz hält. Gut, jetzt übertreibe ich vielleicht, aber ich will nur sagen, dass mir dieser Zustand wirklich sehr gut passt. Wir sind irgendwie alle anders, aber doch gleich.

Ist es nicht toll, auf so kleinem Raum, so viele Nationalitäten zu treffen? Dazu müsste man/frau normalerweise eine sehr lange Reise tun...

Thursday, June 10, 2010

Mücken

Unterredung zweier Mücken, vor meinem Haus.

"Hey, hast du gesehen, die S. ist wieder zurück aus den Ferien."

"Nein, wirklich, wusste ich nicht. Wann?"

"Seit Vorgestern. Ich mag deren süsses Blut. Köstlich. Warst du auch schon bei ihr?"

"Nein, schon eine Weile nicht mehr, aber jetzt wo ich weiss, dass sie wieder im Lande ist, werde ich nachher dort ein Ründeli drehen."

"Super, mach das."

"Ja, wir sehen uns dort."

"Klar doch. Bis später."

Sie fliegen von dannen, beide mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.

PS: Ich HASSE Mücken. Sie hingegen LIEBEN mich (siehe die je 15 Stiche an jedem Arm und unzählige an den Beinen. Nicht zu sprechen vom Gesicht. Das GESICHT, um Himmels willen, könnten sie dieses nicht einfach auslassen?)

PSS: Ich stinke grässlich nach AntiBrumm. Glücklicherweise gibt es den auch mit Eukalyptus-Geruch!

PSSS: Habe mir auch so einen AntiBrumm-Stecker gekauft.

PSSSS: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Sunday, June 6, 2010

Can't believe it...

... that my holiday is almost over. One day at the beach left and then Tuesday me and my car are driving north again.

Sigh!!

But, hey, you should see my tan. TERRIFIC or at least not bad for a couple of days at the beach :-)

Wednesday, June 2, 2010

Leidige Jobs

Hoteliers zu sein braucht ... starke Nerven. Ehrlich. Das ist mir so (wiedermal) bewusst geworden, seit ich hier in Italien weile. Zahlende Gaeste bringen zwar die Kohle, doch die Nerven, wer bezahlt die??? Restorateure bedienen Gaeste fuer ein Mittag- oder Abendessen und dann "arrivederci" bis (hoffentlich) nie mehr wieder. Aber Hoteliers schlagen sich Tag fuer Tag mit den Gaesten um. Mit stoischer Ruhe.

Ich bin sicher, dass die sehr grosse Mehrheit der Gaeste auch OK ist und vielleicht entstehen dadurch ja auch Freundschaften. Aber es gibt ja wie immer die lieben Ausnahmen, die die Regel bestaetigen.

Zwei kleine Beispiele, die ich als Zuschauerin mitverfolgt habe.

Da haetten wir dieses Deutsche Paar, von dem ich schon erzaehlt hatte. Sie das Lamm, er der Loewe, um in bildlicher Sprache zu reden. Tja, das Lamm ist schlussendlich nicht wirklich ein Lamm sondern mehr eine verklemmte Alte (sorry, ich will nicht boese sein, aber hier finde ich keine anderen Woerter zum Beschreiben), der NICHTS recht gemacht werden kann. NICHTS. Ich wuerde ausflippen und sie dorthin schicken, wo der Pfeffer waechst, aber die hier bleiben ruhig. ICH BIN BEEINDRUCKT.

Dann gibt es da noch ein Italo-Paar. Sie (sehr) klein und duenn, er (sehr) gross und duenn. Ein herrliches Paar. Immer nett. Immer laechelnd. Immer hoeflich. Bis SIE von den Krankheiten ihres Vaters, ihrer Mutter, ihrer Schwaegerin, ihrer Nachbarin und weiss Himmel wer sonst noch zu erzaehlen beginnt. Ich schwoer's, ich lauschte nicht. Ich sass einfach auf der Veranda, versunken in meiner Geschichte (am Compi) und kuemmerte mich (eigentlich) nicht um die Geschichten anderer. Doch die liebe Frau bluehte so richtig auf, sodass eben die ganze Veranda ihre Geschichten mithoerte. OHNE WORTE.