Tuesday, January 29, 2013

The Other's World: PAINTING ON PORCELAIN

I met Ruth at my Line Dance class. She was always accompanied by her dog Ombra (which is a cutie, by the way!). I've always thought that Ruth was a classy lady - the way she dressed and behaved (she worked in fashion - no wonder!). By chance I found out that she is painting on porcelain and teaching classes. I checked out her website (www.aubijou.ch) and was fascinated. My (ignorant, I must admit) mind thought that nobody is painting on porcelain any longer nowadays! Well, some people still do because Ruth's classes are well attended!
I wanted to know more and visited her in her shop. We talked, I asked my questions, she explained some techniques, I took pictures of details on vases, plates, etc.
I spent a wonderful morning in a (at least up to then) totally unknown world to me.

Let's hear what Ruth has to say (you'll find the English version, as usual, at the bottom). The pictures, by the way, do show motifs that weren't all painted by Ruth...

Bitte beschreibe uns dein Leben.
Von jeher mag ich schöne Sachen.
Ich arbeitete zuerst in der Modebranche, was mir sehr gut gefiel. Sprachen erlernen bereitete mir aber auch grosse Freude. Nach einem Sprachaufenthalt kam ich per Zufall zu einem Job bei einer Bank. Einen tollen Job. Da hörte ich das erste Mal von Porzellanmalerei, weil meine Vorgängerin dies als Hobby betrieb. Ich besuchte aus Neugierde einen ersten Kurs. Schon nach kurzer Zeit fragten mich andere Migros Klubschulen an, ob ich nicht eine Ferienvertretung übernehmen würde. Mir war das zuerst peinlich, denn ich wollte ja niemandem den Job wegnehmen. Andererseits interessierte es mich schon. Ich sprach also mit meinem Chef auf der Bank und fragte, ob ich dies als Nebenjob machen könne. Er war einverstanden und ich begann nebenbei zu unterrichten. Irgendwann kam mir der Gedanke, diese Kurse bei mir zu Hause durchzuführen. Dort wurde es dann aber schnell zu eng. Ich fand ein Ladenlokal. Zu dieser Zeit kündigte ich meinen Job bei der Bank und machte mein Hobby zum Beruf.



Ich wollte mit meinen Kursen Neues bieten. Es ist in der Porzellanmalerei üblich, dass die verschiedenen Techniken wie Staatsgeheimnisse gehütet werden. So viel Geheimnistuerei gefiel mir gar nicht. Ich wollte offen alles zeigen, über Techniken reden. Meine Schüler sollten lernen, warum beispielsweise bei dieser Technik dieses bestimmte Öl verwendet wird und kein anderes. Ich wollte sie nicht wie andere Lehrer mit einem "das macht man eben so" abspeisen. Das war ein einzigartiger Ansatz für einen Porzellanmalereikurs. Zumindest damals.


An internationalen Ausstellungen lernte ich dann andere Porzellanmalerei-Künstler kennen. Mir kam die Idee, diese Künstler in mein Atelier einzuladen, damit sie Kurse leiten könnten. Bei einigen Künstlern brauchte es viel Überzeugungskraft, um sie zu überzeugen, ihr Wissen mit meinen Schülern zu teilen! Mein Sprachkenntnisse halfen mir sehr, dann nicht immer sprachen diese Künstler Deutsch und in den Stunden musste ich dann jeweils übersetzen. Am wichtigsten in diesen Situationen ist jedoch Takt- und Feingefühl. Ich vermittle zwischen dem Lehrer und den Schülern - nicht nur in sprachlicher sondern auch in kultureller Hinsicht. Diese Spezialkurse, wie etwa mit Elvira Aguiar, sind lehrreich und bleiben spannend. Sie sind bei meinen Schülern sehr beliebt.

In meinen Kursen in meinem Atelier "Au Bijou de la Porcelaine" hat es Platz für sieben Leute. Die Kurse sind immer gemischt, d.h. ich mische Anfänger mit Fortgeschrittenen, weil ich finde, dass auf diese Art die einen von den anderen lernen können. Ich bestehe auch immer darauf, dass die Kursteilnehmer die Werke der anderen anschauen. Der Austausch ist mir sehr wichtig.
ethereal - the only word that comes to my mind!

Wie hat das Porzellanmalen dein Leben verändert / bereichert?
Ich mag das Gestalten. Ich mag die Ruhe, die ich in dieser Tätigkeit finde. Ich mag es, mich mit Details auseinanderzusetzen. Ich beobachte die Natur anders oder mehr, seit ich male. Ich pflanze beispielsweise auf meiner Terrasse gewisse Pflanzen, um damit bestimmte Vögel anzulocken, damit ich diese dann beobachten kann. Die Leute sind immer wieder erstaunt darüber, welche Details ich wahrnehme. Ich habe auch schon einen Rosenknopf auseinandergerissen, damit ich genau sehen konnte, wo und wie die Blätter angewachsen waren. Die Porzellanmalerei hat mich gelernt, noch besser zu schauen, noch besser zu beobachten, mir Gedanken über das Sein zu machen. Ich lebe das Schöne.

Eigentlich bin ich eher ein nervöses Naturell. Aber beim Malen kann ich mich hinsetzen und konzentriert an beispielsweise einer Blüte malen. Das ist ein guter Ausgleich. Es gibt mir Ruhe. Ich glaube, das geht auch meinen Schülern so. Sie lernen sich aber auch mit den kleinen Dingen des Lebens auseinanderzusetzen.


Eben, deine Kurse. Wie haben diese dein Leben bereichert?
Sehr stark. So im Allgemeinen, wie auch im Umgang mit anderen Menschen. Ich habe viel über Menschen und ihre Psyche gelernt. Ich finde es sehr bereichernd.


Ich liebe es, Kurse zu geben. Den Kontakt zu meinen Schülern. Ich besuche auch heute noch zwei Mal jährlich Weiterbildungskurse, damit ich mir immer wieder bewusst werde, was es heisst, Schüler zu sein. Es soll nie selbstverständlich sein und manchmal wirft man einem Schüler eine Antwort hin, die nicht angebracht ist. Meine Schüler sind schliesslich Erwachsene, die ein tolles Leben führen und gut in vielen Sachen sind. Wenn ich selber wieder zum Schüler werde, merke ich, wie ich eben NICHT sein will mit meinen Schülern. Ich merke, welche Aussagen verletzend wirken.
he is a cutie!
Gibt es eine Technik, die du ganz speziell gut oder gerne machst?
Es gibt viele Techniken. Wir haben an einem Kurs auch schon mal mit Hammer und Meissel am Porzellan gearbeitet. Ich mag es, "handzuwerken". Was man mir aber immer wieder sagt, ist, dass ich die Technik mit den Stahlfedern gut beherrsche. Ich habe aber auch schon mit Pfauenfedern gearbeitet (die Farbe wird mit diesen Federn "aufgetragen" - siehe Bild).

Ruth demonstrated me the technique with the peacock feather - a bit of color, a feather and voilà!
Lebst du das Leben, das du dir wünschst?
Ja, es ist gut, so wie es ist. Aber ich bleibe offen für Neues. Und freue mich darauf.


ENGLISH VERSION

Please describe us your life.
I have loved beautiful things ever since.
First I worked in the fashion industry which I liked very much. I liked studying new languages as well. After a language stay I coincidentally got a job in a bank. A very nice job. A colleague of mine at work (actually my predecessor) was attending porcelain painting classes. Curiosity made me attend a class as well. Shortly after, the same school I took classes in, asked me if I wanted to teach some stand-in classes. At first I felt embarrassed because I didn't want to take away someone else's job. On the other hand, my curiosity was picqued. I asked my boss at the bank if he'd consent to my having a second job. He did and I started teaching classes. Eventually I started teaching classes in my house which became quickly too small though. I found a bigger space. At this time I quit my job at the bank and turned my hobby into my career.

I've wanted my classes to be different. In the porcelain painting business it is usual to keep techniques as safe as a state secret. I didn't like this secretiveness at all. I wanted to be open, to openly talk about techniques. I wanted my students to learn why, for example, this particular technique has to be done with this particular oil and not with any other one. I didn't want to put them off with statements like "this is just the way it's done". That was an new approach in porcelain painting. At least back then.

During international exhibits I met other porcelain painting artists. I thought it would be nice to invite these artists to my shop and have them teach my students their techniques. With some of the artists I needed a lot of persuasive power to convince them to share their knowledge with my students! My language skills came in handy because not all of the artists spoke German and I therefore needed to translate during classes. The most important skills, in those situations, remain tactfulness and sensitiveness because I mediate between teacher and students - there are not only linguistic but also cultural aspects to consider. Those special classes (like the one with Elvira Aguiar for instance) are informative and remain exciting. My students love them.

There is space for seven students in my classes in my shop called "Au Bijou de la Porcelaine". My classes are always mixed, meaning that I take on beginners and advanced learners together because I believe that they can benefit from each other. I also insist on my students studying each other's "oeuvre". Exchange is very important to me.

How did porcelain painting change / enrich your life?
I love to create. I love the peace I find while painting. I love noticing details. I observe nature differently or more intently since I paint. I chose certain plants for my patio in order to attract certain birds that I can in turn observe. People are always astonished by what kind of details I notice. I tore apart a rose bud just to see how and where the petals were "fixed"! Painting porcelain has taught me to watch more accurately, to observe more accurately, to think about being. I live beauty.
I've got a rather nervous character but when I paint I can sit still and, for example, paint a flower. It gives me a good balance and calms me. I believe that my students experience the same. They also learn "to deal with" the small things of life.

Talking about students - how did your classes enriched your life?
Strongly - generally speaking but also thanks to the persons I met.
I learnt a lot about people and their psyche. I find this enriching.
I love to teach classes, the contact with my students. Even after all these years, I attend classes myself at least twice a year in order to remain aware of what it means to actually be a student. I don't want to take it for granted. Sometimes you answer a student's question inappropriately. After all, my students are adults and they live a wonderful life and are good in many things. When I become a student again, I realize how I do NOT want to be with my own students and which statements are offensive.

Is there a technique which you like most or in which you excel?
There are many techniques. In one class, for example, we worked the porcelain with a hammer and a chisel. I love to "handcraft". People do tell me though that I am good at the technique with "steel springs". I've also already done some work with peacock feathers (the color is applied with such a feather - see picture above).

Do you live the life you want?
Yes, I love my life the way it is. I remain open for new "things" though and am looking forward to them.  

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